Mozilla vergrault mit der neuen Release-Politik seine User

firefoxMozilla hat mit dem Erscheinen von Firefox 4 eine neue Release-Politik eingeführt. Neue Major-Releases soll es künftig schneller geben und so ist schon wenige Wochen nach dem 4er-Release der neue Firefox 5 erhältlich. Doch nicht nur die Endanwender haben mit dem schnellen Release-Wechsel ihre Probleme, auch Unternehmen klagen ihr Leid über die arrogante Politik von Mozilla. Doch Mozilla selbst, will davon nichts wissen, sie glauben immer noch, dass ein User es toll findet, wenn er alle 6 Wochen seinen Browser mit einem vollständigen Update aktualisieren "darf".

Früher gab es Sicherheitsupdates, die von Mozilla automatisch eingespielt wurden und in der Regel inkrementell waren, d.h. sie waren nicht sonderlich groß, schnell installiert und der Browser hat so funktioniert wie vorher auch. Ein Major-Release ist ein vollständiges Update auf eine neue Hauptversion, d.h. es muss der komplette Browser noch mal neu heruntergeladen werden. Zudem verweigern viele Add-ons bei neuen Major-Versionen ihren Dienst, weil die Entwickler diese gar nicht so schnell anpassen können, wie Mozilla die Versionsnummern hoch schraubt. Gerade im Online-Banking-Bereich müssen Add-ons und Plugins einem ausgiebigen Testlauf unterzogen werden, wenn sich die Basis des Browsers ändert.

Hier gehen dann die Meinungen der Technik-Freaks und der Endanwender auseinander. Die Freaks sagen, es ändert sich ja gar nicht so viel und man muss bei den Add-ons nur die Versionsnummer anpassen. Den Endanwendern ist dies herzlich egal, denn eine Bank wird einen Teufel tun und überstürzt etwas freigeben, was nicht durch eine lahme Testmühle gelaufen ist. Das Fazit ist, die Anwender sind frustriert, weil Mozilla neue Major-Releases als Sicherheitsupdate automatisch einspielt und somit etliche Dinge nicht mehr auf Anhieb laufen. Die Folge ist dann ein Abwandern zur Konkurrenz.

Bei Unternehmen sieht es noch schlimmer aus. Großkonzerne haben schnell mal 500.000 Installationen und mehr. Da erfolgt ein Wechsel auch nicht von heute auf morgen. Nun gibt es sogar Unternehmen, die haben viel Zeit und Geld investiert, um auf den neuen/alten Firefox 4 zu wechseln. Nach 6 Wochen kommt nun Firefox 5 und Mozilla kündigt an, den Support für Firefox 4 einzustellen. Wer sich nun aufregt, wird mit den Worten von Mozilla Community-Koordinator Asa Dotzler direkt ins Gesicht geschlagen, denn laut seiner Aussage waren und sind Unternehmen nie die Zielgruppe von Mozilla gewesen.

Nun könnte man denken, dass Asa Dotzler zumindest die privaten Anwender glücklich machen will. Aber so wie es scheint, sind eben auch diese sauer. Wenn man sich mal ein paar Kommentare anschaut, wird schnell klar, dass Mozilla sich irgendwie selbst ein Grab schaufelt:

Ich habe bei der 4.0 Version schon massive Geschwindigkeitsverluste gehabt, aber die 5.0 Version ist das letzte, da baut sich der IE 10 mal schneller auf.

Mit der neuen Firefoxversion 5.0 ist leider kein Onlinebanking mehr möglich. Die Seite bw-Bank.de arbeitet nur mit 4.0.

Hier sprechen keine Unternehmen, sondern ganz normale Anwender. An anderen Stellen im Netz beklagt man, dass auch viele ältere Add-ons nicht mehr gehen. Und andere beklagen sich über nervende Updates, die sie regelmäßig stören. Sicherlich sollten "gute" Add-on Entwickler ihre Erweiterungen für Firefox 5 anpassen, aber ist man mal ehrlich, gibt es etliche alte, aber dennoch gute Add-ons, wo der Entwickler eben gar kein Interesse mehr hat, etwas zu tun, weil er damit kein Geld verdient und nun alle 6 Wochen Zeit investieren müsste. Zudem ist es echt nervend, wenn man schnell auf eine Webseite will und man in immer kürzeren Zeitabständen von neuen Updates ausgebremst wird.

Letztendlich verdient Mozilla mit Google und Yahoo! sein Geld für die Entwicklung. Die Google Toolbar hat mit Firefox 5 genauso Probleme, wie Yahoo! mit der Fertigstellung der eigenen Edition für das 5er-Release. Der Firefox Browser war bisher einer der besten Browser. Man kann nur hoffen, dass Mozilla zur Vernunft kommt und auf die Belange der User eingeht. Denn wenn bald keine User mehr da sind, braucht es auch keine Major-Releases mehr, die alle 6 Wochen neu publiziert werden müssen.

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