Amazon Echo: Erfahrungen, Gefahren und Datenschutz

Amazon rührt derzeit kräftig die Werbetrommel für das neueste Produkt, was nun Einzug in die heimischen Wohnzimmer halten soll: Amazon Echo. Die Wunderbox spielt nicht nur Musik ab, sondern reagiert auf Sprachbefehle und soll der digitale Assistent der Zukunft werden. Doch die schöne neue Welt hat auch einen Haken. Denn Echon hört ständig mit. Wo liegen also die Gefahren im Bezug auf den Datenschutz und welche Erfahrungen haben die ersten User mit Amazon Echo bereits gemacht?

Testbericht über Amazon Echo

In dem nachfolgenden Video wird die Sprachbox von Amazon kurz vorgestellt und die Funktion erläutert.

Neben dieser Kurzvorstellung haben inzwischen einige andere Portale Amazon Echo ausgiebig getestet. Die durchschnittliche Note aus aktuell 17 Testberichten ist eine gute 2,2! Allerdings ging es in den meisten Tests vornehmlich um die Technik und nicht um den Datenschutz oder gar ethische Fragen.

Gefahren und Problemen

Damit eine solche Box jederzeit auf Sprachbefehle reagieren kann, muss sie natürlich ständig "mithören". Das klingt etwas befremdlich, ist aber vielen Leuten ziemlich egal. Wenn man nichts zu verbergen hat, spielt es für den einzelnen sicherlich keine große Rolle, ob ein "System" automatisch mithört. Allerdings sollte man hier etwas tiefgründiger Nachdenken? Man könnte sich das auch so vorstellen: Ich rufe bei der Telefonauskunft oder einer Bestell-Hotline an, stelle das Telefon auf "Freisprechen" und lasse die Verbindung die ganze Zeit aktiv. Egal was ich sonst noch so spreche oder mache, die Gegenseite hört mit. Wer würde das freiwillig machen?

Bei den Sprachboxen von Amazon und Google ist das nun scheinbar kein Problem. Die meisten Leute sehen darin kein Problem, vielleicht weil keine lebende Person mithört. Aber Amazon und Google können auf diesem Weg fleißig Daten sammeln, über gesprochene Schlüsselwörter, daraus abgeleiteten Vorlieben, Tagesaktivitäten, Urlaubsgewohnheiten, gesundheitliche Probleme, familiäre Probleme und noch vieles mehr - ein Eldorado für zielgerichtete Werbemaßnahmen.

Eure Erfahrungen mit Amazon Echo

Wer nutzt bereits Amazon Echo oder plant, sich eine solche Sprachbox anzuschaffen? Wer hat bedenken bezüglich dem Datenschutz und wer sieht diese technische Entwicklung allgemein sehr kritisch? Bitte hinterlasst einen Kommentar mit euren Erfahrungen, Meinungen und Gedanken.

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    1. #1 von Gabriele am 21. März 2017

      Bisher wurde nur alles mitgelesen, was wir so von uns gaben: e-mails und surfing (wer war wann und wie lange auf welcher webseite). Mit diesen Daten steuert google unseren Informationsstrom, der uns zugänglich gemacht wird. Das ist entlastend für unser Gehirn.

      Denn über das Internet hinaus bekommen wir ja auch jede Menge Infos von den Öffentlichen Medien, die man dann im Internet vertiefen kann oder auch nicht.

      der Klang der Stimme hingegen verrät auch den emotionalen Zustand des Sprechers. Diese Infos gehen weit über die rein inhaltliche Information hinaus. Wird das Wort abfällig ausgesprochen oder begierig, mit Wohlklang oder im Befehlston...

      Wir haben damas begierig einen Sience Fiction gelesen: 1984. Da sind wir nun angekommen.

      Danke, dass Ihr Euch um so etwas kümmert!

    2. #2 von Arnulf am 21. März 2017

      Amazon Echo wird bei uns auf keinen Fall eingesetzt. Der Datenschutz wird total ausgehebelt. Wenn man vergißt den Stecker zu ziehen wird jedes gesprochene Wort mitgehört. Siehe Vorfall in den USA wo plötzlich von AMAZON Plüschtiere an viele Haushalte geliefert wurden. Nur weil der Name des Plüschtiers im Fernsehen erwähnt wurde.

    3. #3 von Norbert Krusche am 21. März 2017

      Nicht alles was neu auf den Markt kommt, nuß man auch gebrauchen müssen. Ich komme zum Glück auch ohne aus.

    4. #4 von Jürgen Becker am 22. März 2017

      Hallo Tobias !

      Die Idee von Amazon Echo ist recht gut ! Man kann das Problem, dass diese Box ständig mithört, z.B. so lösen, dass man das ganze System, also auch das Mikrofon des Systems, erst durch einen Tastschalter an der z.B. TV-Fernbedienung mit dem Drücken der Taste "Box an !" über Bluetooth einschaltet und startet ! So hat man dann die Gewährleistung, dass das ganze System nur dann und nur so lange aktiv ist, wie man es wirklich braucht und nutzen will ! Braucht man das System momentan nicht, schaltet man es über die Taste "Box aus !" an der TV-Fernbedienung wieder aus ! So beugt man dem vor, dass das System bei ständiger Anschaltung über alle 24 Stunden des Tages alles mithören kann, weil es nur über akustische Signale und somit ständig eingeschalteten Mikrofon ansteuerbar ist ! Man erweitert also das ganze System über die Möglichkeit es über Bluetooth-Signale zum ein- und ausschalten ansteuern zu können, bevor das Mikrofon mithört ! Eigentlich eine ganz einfache Überlegung ! So sollte man alle Geräte schalten, die auch über akustisch gesprochene Worte und Sprachbefehle ansteuerbar sind, also das System erst über z.B. Bluetooth einzuschalten und erst nach dieser so erfolgten Einschaltung mit Sprachbefehlen zu arbeiten ! Man kann aber auch einen kleinen elektro-mechanischen Tastschalter oben am System anbringen, mit dem man das ganze System erst einschaltet und aktiviert und ihn erst dann wieder drückt, wenn das System z.Z. nicht gebraucht wird und ausgeschaltet werden kann ! Auch so werden vom System nur dann akustische Signale aufgenommen, wenn man das System gerade braucht ! Ansonsten bleibt das System ausgeschaltet und nimmt somit keine weiteren akustischen Signale auf, die missbraucht werden könnten ! Das Ein- und Ausschalten des Gerätes ist nur ein kleiner Aufwand, dauert jeweils nur etwa 1 Sekunde, der sich als dieser kleine Aufwand aber gut rechnet, weil dadurch z.B. keine Daten mehr vom Gerät aufgezeichnet werden, von denen man nicht will, dass sie mitgehört werden können ! Man kann das System auch mit einem Passwort sichern also, dass es nur nach Eingabe eines Passwortes mit z.B. der TV-Bedienung gestartet werden kann ! Auch das beugt dann einem Missbrauch des Systems vor ! Man kann aber auch vom Amazon-Echo Hersteller selbst eine kleine Bluetooth-Fernbedienung für das System mitliefern und so mit 2 Wegen Befehle in das System eingeben: über das Mikrofon und über die Bluetooth-Tastatur Fernbedienung ! Das ist dann gut für stumme Menschen, die aber doch gerne das Amazon-Echo System nutzen wollen ! Man kann dann zwischen z.B. 2 Fernbedienungen wählen: einer Bluetooth-Fernbedienung, die nur dem dient das System Ein- oder Auszuschalten / einer Bluetooh-Fernbedienung, die mit Passwort arbeitet und die eine Tastatur wie beim Handy zum Eingeben von Befehlen an das System über eine Tastatur mit Bluetooth hat und darüber verfügt ! Das soll nur eine kleine Anregung sein, das Amazon-Echo System sicherer und noch funktionaler zu machen !

      Alles Gute für Sie !

      Freundlichst Ihr Jürgen Becker.

    5. #5 von Der Bär am 22. März 2017

      Hallo,

      stellt Euch mal vor, ich habe das Radio oder den Fernseher an und es sagt eine Stimme "Morgen fahre ich nach Berlin und sprenge die Kanzlerin in die Luft". Dann klingelt möglicherweise eine halbe Stunde später das SEK bei mir an der Türe. Oder die kommen ohne zu klingeln rein.

      Das brauche ich nicht.

      Wer sowas kauft kann sich gleich sein Bett auf den Marktplatz stellen. Denn eine Intimsphäre braucht er ja nicht!

      Sowas ist nur für die Geheimdienste sinnvoll!

    6. #6 von Redaktion am 22. März 2017

      @Jürgen Becker
      Vom Prinzip her ist deine Idee gut, Amazon gibt ja selbst mittlerweile an, dass eine Übertragung erst erfolgt, wenn man "Alexa" vor dem Sprachbefehl spricht. Allerdings sind solche Vorgaben natürlich immer nur eine Richtlinie. Wer sagt, dass hier nicht auch im Bedarfsfall eine versteckte Kommunikation erfolgen kann. Hierzu müsste man dann den Netzwerkverkehr überwachen, um komplett sicher zu gehen, dass nur das übertragen wird, was man wirklich will.

      @Der Bär
      Der Vergleich mit dem Marktplatz ist sehr treffend. Leider sind aber viele Leute einfach zu naiv und zu inkonsequent. Manche beschweren sich über geänderte AGBs und Datenschutzbedingungen bei Facebook mittels "Ich widerspreche"-Facebook-Status-Postings und laden dann aber munter weiter private Bilder hoch. Das ist dann auch das typische Amazon-Echo-Kundenklientel.

    7. #7 von Kaufhold am 22. März 2017

      Die Überwachung wird immer "Vollständiger" Notwendiger ist eine Abgeordneten-Überwachung und eine Einflußnahme auf die teilweise unsinnigen und friedensgefährdenden "Gesetze"

    (wird nicht veröffentlicht)

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